inclusive design
Vor dem Hintergrund der „Big Challenges“ ist das Design herausgefordert, seinen Bezugsrahmen zu erweitern und die vielfältigen Einflüsse und Folgen des eignen Handelns ganzheitlich im Entwurf zu berücksichtigen. Denn Gestaltung darf nicht nur einzelne Individuen und deren Bedürfnisse adressieren, sondern muss seine Wechselwirkungen mit der Gesellschaft und der Umwelt auf globaler Ebene reflektieren.
Der Inclusive Design Ansatz ermöglicht eine Teilhabe ohne Hürden und setzt das UN-Menschenrecht auf Inklusion mit den Mitteln der Disziplin um. In diesem Rahmen werden die vielfältigen Unterschiede von Menschen als bereichernd verstanden – egal ob sie sich in Alter, Geschlecht, Religion, Herkunft, Bildung oder körperlichen bzw. kognitiven Einschränkungen manifestieren.
Alle Aspekte von Design sollen im Entwurfsprozess für eine breite Nutzbarkeit optimiert werden und den selbstbestimmten, barrierefreien Gebrauch gewährleisten. Darüber hinausgehend zielt dieser Ansatz explizit auf ein Ausschöpfen vielfältiger Bedürfnisse ab, indem alle Gruppen am Entstehungsprozess partizipieren.
Es gilt, Designlösungen mit den Betroffenen zu entwickeln, anstatt nur für sie zu gestalten (Gruppe für Produktgestaltung/HfG Offenbach, 1981). So entstehen Produkte, Dienstleistungen und Prozesse, die im Alltag optimal unterstützen und alle in das öffentliche Leben und den Austausch einbeziehen.
Wertschätzung ist ein Grundprinzip des inklusiven Designs – Vielfalt, besondere Bedürfnisse, die Arbeit anderer und die Entfaltung von Gesellschaft und Biosphäre sind Leitgedanken, die in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Disziplinen umgesetzt werden. Forschung und Experiment bieten im Entwurfsprozess das Potenzial, den Einsatz von Gestaltungsmitteln für die Ziele der Inklusion weiterzuentwickeln. Der Verein fördert Diversität und möchte durch innovative Konzepte mehr Selbstbestimmung möglich machen und die Arbeit von Pflegenden erleichtern. Design für Alle eröffnet so eine neue Qualität im Leben Einzelner sowie im Miteinander.
Vorstand

Karlotta Klußmann
Vorstandsvorsitzende

Prof. Janina Schmidt
Stellvertretende Vorsitzende

Hans-Peter Wullenweber
Vorstandsmitglied der Finanzen

Prof. Dr. Thilo Schwer
Beisitzer
Nachruf auf Prof. Frank Georg Zebner
Mit großer Trauer und Bestürzung nehmen die Mitglieder des design inclusion e.V. Abschied von ihrem Gründungsmitglied Prof. Frank Georg Zebner, der am 9. August 2026 nach schwerer Krankheit verstorben ist. Mit seiner fachlichen Expertise, seinem persönlichen Engagement für gesellschaftliche Teilhabe und demokratische Werte war er wegweisend für viele Initiativen im Design.
„Wir haben einen sehr wichtigen Mitstreiter und Wegbegleiter für gesellschaftliche Teilhabe verloren. Sein Vermächtnis wird in der Arbeit unseres Vereins und in den vielen von ihm angestoßenen Projekten fortleben“, so die Vorsitzende Karlotta Klußmann.
Niemand hat die Idee des Vereins geprägt und vorangetrieben wie er. Durch sein Anliegen mit dem be aware einen bundesweiten Designpreis für Inklusion auszuloben, hat er dem Wirken des Vereins Profil und Anerkennung verschafft. Seine Expertise ist Grundlage für die Ausrichtung der Vereinsarbeit. Seine Worte bleiben uns als Orientierung und Auftrag:
„Be aware! Sei aufmerksam! Sei sorgsam! Stelle Fragen! Denke! Helfe! Schließe nichts aus! … Und, aus der Perspektive des Designs dazu auch: Entwerfe es! Gestalte es! Das ist das Credo unseres Vereins. Aber auch in der Auslobung des Designpreises ‚be aware‘ hatten wir genau diese Konstruktion ebenfalls im Blick: Design kann nicht nicht-empathisch sein, Design kann nicht unaufmerksam sein, Design darf nicht sorglos oder ausgrenzend sein. Es wäre dann eben nicht Design!“ (Frank Georg Zebner, 21.4.2022, Vortragsauszug anlässlich der Preisverleihung des be aware 2021, Deutsches Ledermuseum, Offenbach am Main)

